skeptiker 2/2021: Wenn Erfahrung nicht vor Torheit schützt – Urteilsfehler in der Personalauswahl

von | 6.08.2021 | Führungskräfte, Karriere, Personal, Personalauswahl

Spricht ein Bewerber mit sächsischem Akzent, so schneidet er bei allen Bewertungskriterien eines Auswahlverfahrens signifikant schlechter ab als einer mit bayerischem Akzent oder Hochdeutsch. (Quelle: skeptiker 2/2021; Autor: Uwe Peter Kanning)

Da horche ich als geborene Sächsin und Personalberaterin auf. Seit über 20 Jahren lebe ich in Norddeutschland und spreche Hochdeutsch. Nur, wenn ich aufgeregt bin oder länger mit Landsleuten gesprochen habe, kommt das Sächsisch schon mal durch.

Ich gehe davon aus, dass es unter sächsisch sprechenden Menschen ebenso kompetente Personen gibt wie in Bayern oder Norddeutschland. Deshalb empfehle ich jedem Unternehmer und Personalentscheider den Artikel des skeptikers zu lesen. https://www.gwup.org/133-wurzel/2263-zeitschrift-skeptiker-2-2021 Die Darstellung des Halo-Effektes anhand der Dialekte ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den bemerkenswerten Studien-Ergebnissen im Zusammenhang mit Personalauswahlprozessen, die in diesem Artikel beschrieben werden.

Warum ist das Thema so wichtig? Weil es existentiell und erfolgsentscheidend für ein Unternehmen ist, ob eine Personalentscheidung den bestmöglichen Kandidaten anhand geeigneter Kriterien identifiziert. Egal ob er sächsisch, bayerisch oder hochdeutsch spricht. Es wäre doch fatal, wenn ein Unternehmen einen geeigneten Kandidaten ziehen lässt, weil der Personalentscheider von solchen Nebensächlichkeiten wie Dialekten abgelenkt wird.

Der Autor des Artikels kommt deshalb u.a. zu dem Fazit, dass die Einführung empirisch abgesicherter Auswahlmethoden auf der einen Seite und die Förderung einer kritischen Selbstreflexion der Entscheidungsträger auf der anderen Seite ein gutes Fundament für eine professionelle Personalauswahl legen.

Wer nach diesem Artikel noch freie Kapazitäten hat, weiterzudenken, dem sei gleich noch der im selben Heft erschienene Artikel “Typentests: Aus der Mottenkiste der Diagnostik” von Bärbel Schwertfeger empfohlen. Er bietet die Chance, vermeintlich Bewährtes kritisch zu hinterfragen und wissenschaftlich fundiertem Neuen Platz zu schaffen.